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Mahnmal für Marinus – Aktion zum Dokumentartheaterstück “Der Kick”

Das Theater hintenlinks in der Krefelder Südstadt betreibt seit 2006 seine eigene Spielstätte in der alten Im Brahm Brotfabrik hinter dem Krefelder Hauptbahnhof auf der Ritterstrasse.
Das Repertoire verbindet einerseits Stücke mit Live-Musik und Buffet für den Abendbereich, andererseits Kinder- und Jugendtheaterproduktionen, die in den eigenen Räumen, aber auch bei Gastspielen in der gesamten Republik gezeigt werden. Das Theater hintenlinks ist aber auch ein offenes Haus für Gäste. Bisher gehören zu diesen Event-Veranstaltungen die Poetry-Slam-Reihe POETRY UNPLUGGED und das jährlich im Mai stattfindende Sommerfest, das mit einer Open Stage den Musikern, Kindertheaterguppen, Tanzschulen und Schauspielern ein Präsentationsfeld bietet.

Das Theater hintenlinks wird gefördert vom Kulturbüro der Stadt Krefeld. Unregelmäßig fördert auch das Land Nordrhein-Westfalen einige Produktionen im Kinder-/Jugendtheaterbereich. Das Theater ist Mitglied im „Verband Freie Darstellende Künste NRW e.V.“.
Zum Start des neuen Herbst / Winter – Spielplans 2012 wird nun das dokumentarische Stück “Der Kick” von Andres Veiel und Gesine Schmidt aufgeführt. Kurz zum Inhalt:

Marinus Schöberl war 16 Jahre alt, als er durch einen „Bordsteinkick“ in Potzlow zu Tode getreten wurde – nachdem ihn drei Kumpels vorher stundenlang geschlagen, beschimpft und gedemütigt hatten. So schockierend die Tat ist, sie ist kein Einzelfall.

Was bringt junge Menschen dazu, ohne Hemmungen zu quälen und zu töten? Der Regisseur Andres Veiel gibt den als Monstern abgestempelten Tätern eine Biografie und taucht tief in deren gesellschaftliches Umfeld ein, um die Ursachen exzessiver Gewalt von Jugendlichen besser begreifen zu können. Zusammen mit der Dramaturgin Gesine Schmidt hat er sich über Monate auf Spurensuche nach Potzlow begeben. Die Urheber des Stücks „Der Kick“ sprachen mit den Tätern, Dorfbewohnern, Angehörigen vom Opfer und den Tätern und studierten die Akten, Verhörprotokolle, Anklagen, Plädoyers und Urteile des Gerichtsprozesses. Dieses dokumentarische Theaterstück ist für alle Schulformen ab dem 8. Schuljahr geeignet.

Für diese ungewöhnliche Aufführung mit einem kontroversen Thema wurden verschiedene Aufmerksamkeits – und Wahrnehmungsmaßnahmen und Aktionen durchgeführt.

Auf dem Neumarkt in der Krefelder Innenstadt fand am Samstag, dem 18. August 2012 ein „Mahnmal für Marinus“ statt, welches die Aufmerksamkeit auf das Stück und dessen Inhalt werfen sollte. Für die Beantwortung der Fragen der Krefelder Bürger und der spannenden Diskussionen standen die Ensemblemitglieder des Theaters hintenlinks den ganzen Nachmittag bei der von der Stadt Krefeld genehmigten Aktion zur Verfügung.
Ein kleiner Flyer in Form einer Trauerkarte gab Auskunft über das Stück und wurde unter den interessierten Bürgern verteilt. Mit Hilfe eines Smartphones gelangt man über einen auf der Karte präsenten QR-Codes auf die Internet-Projektseite „Marinus-ist-tot.de“ Auf dieser Seite findet man Informationen über das Stück und kann gleichzeitig Karten für Aufführungen bestellen. Ebenso können dort in den Neuigkeiten Meinungen und Kommentare ausgetauscht werden. Zusätzlich wurde auf facebook eine Gruppe „Mahnmal für Marinus“ gegründet, auf der interessierte Teilnehmer ihre Meinungen, Erlebnisse oder themenverbindende Informationen wie z.B. Buchempfehlungen oder Links zu anderen Seiten teilen können.
Ein dokumentarischer Kurzfilm über die Mahnmalaktion, bewusst einfach im Handy- und Camcorderstil gedreht, unterstützt zusätzlich auf einem Youtube-Channel die Wahrnehmung. Berichte in den lokalen Krefelder Zeitungen runden diese tolle und erfolgreiche Aktion zusätzlich ab. Die Flyer wurden zum Ferienende in NRW zusätzlich an die Krefelder Schulen geschickt.


Hier zeigt sich die ganze Stärke von Social Media Maßnahmen auf Plattformen wie facebook und Youtube. Eine Internetseite zum Tabuthema, Printmedien in Form einer Trauerkarte mit QR-Code, der mit einem Smartphone direkt auf die Internetseite führt, ein Smartphonefilm, der authentisch die Aktion erfasst und die Aktion in der Öffentlichkeit, über die in der lokalen Presse berichtet wird – Social Media wird Trans Media!
Im Zusammenspiel der verschiedensten Medien und Medienkanäle zeigt sich, dass heute alle Marketingmöglichkeiten Ihren Platz und Nutzen haben, sowohl nebeneinander als auch miteinander!

Selbst der finanzielle Aufwand ließ sich, natürlich auch durch den hohen persönlichen Einsatz und viel Engagement der freiwilligen Helfer und Unterstützer, sehr gering halten. Eine Internetseite oder ein Facebookauftritt können heute in kurzer Zeit verwirklicht werden, ein Handy mit Kamera steht fast jedem zur Verfügung und ein Anruf bei einer Zeitung kostet nicht viel – die Idee und die Umsetzung bleiben entscheidend!

Und einen Return of Investment bekommt man auch durch die positiven Reaktionen in den genutzten Medien als auch durch die vielen Reaktionen der Interessierten Personen – und spätestens durch ausverkaufte Aufführungen!

Viel Glück und viel Erfolg allen Beteiligten des Theater hintenlinks – wir waren gerne dabei!